Der Unsinn zum Tage

Ein lieber Freund schrieb mir gestern, dass ein uns bekannter Tanzlehrer, russischer Abstammung, im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine gerade einen shitstorm erleide. Man fordere öffentlich dazu auf, seinen Unterricht zu meiden und die bei ihm gebuchten workshops abzusagen. Ich würde das Diskriminierung nennen, weil er für die Putinsche Politik nichts kann und sich auch nie als Freund eines Ukraine Kriegs zu erkennen gegeben hat.

Ja, es sind traurige Zeiten.

Und dann sollte ich noch erwähnen, dass ich zudem auch noch in einem Krätzel Österreichs lebe, das viele der sogenannten Impfgegner und Corona-Leugner beherbergt. Täglich gehe ich an einem Wald von Plakaten vorbei, an denen so tiefe Sinnsprüche und Parolen affichiert sind wie: „Österreich – Diktatur“ und „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht“ oder „Wer nicht kämpft, hat schon verloren“! Auch mein Lieblingsspruch findet sich dort: „Ich denke selber!“ nicht zuletzt liest man „Wir lassen uns nicht diskriminieren!“

Ja, das mit der Diskriminierung ist schon so eine Sache. Wenn ich zum Beispiel eine Wohnung zu vermieten hätte und es stände eines Tages ein Russe vor der Tür, den ich mit den Worten abweise, dass ich an Russen nicht vermiete, dann würde der, das Recht haben, mich wegen Diskriminierung zu klagen. Und er würde recht bekommen. Man darf niemanden, das verbürgen die Menschenrechte, aufgrund seiner nationalen Zugehörigkeit, seines Religionsbekenntnisses, seiner sexuellen Vorlieben usw. benachteiligen. Das ist überall so in Europa, glaube ich.

Deshalb wundert mich, dass jetzt in Imperia eine Yacht konfisziert wurde, mit der ausschließlichen Begründung, sie gehöre einem Russen. Und das sei keine Diskriminierung aufgrund nationaler Zugehörigkeit, sondern gut so und notwendig und widerspreche den sogenannten Europäischen Werten, inklusive der Unverletzlichkeit des Eigentums in keiner Weise, auch wenn diesem Russen keine persönliche Schuld angelastet werden könne. Es ginge ja um eine gute Sache, man müsse Putin schaden. Das genüge.

Nun versuche ich mir zu erklären, wie das wohl gehen könnte, dass das Eine wohl, das Andere keine Diskriminierung sei. Und dann ist mir Gott-sei-Dank dieser Spruch vom „Selberdenken“ eingefallen und ich dachte, das versuchst du auch einmal: Und auf einmal war alles leicht, das Eine fügte sich zum Anderen, und ich kam zum Schluss, dass das wohl mit dem „SEE-RECHT“ zu tun haben müsse. Im Seerecht ist ja alles anders, dort gibt es auch kein Links und Rechts, sondern Backbord und Steuerbord, und kein Vorne und Hinten, sondern Bug und Heck. Also wird es auch keine Diskriminierung geben, denke ich selbst.

Daran wird es liegen. Es hat schon alles seine Ordnung!

Bitte hinterlassen Sie hier ihre Einwände oder wichtigen Ergänzungen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s