Corona-Euro-Bonds

Sie lässt nicht nach die Euro-Bonds-Lobby. Dass man jetzt auch die Corona-Krise dazu benützt, einen weiteren Versuch zu starten, Euro-Bonds einzuführen und so die Schulden der höchstverschuldeten Länder – allen voran wieder einmal Italien – zu „vergemeinschaften“, ist schon etwas dreist. Umso mehr als sich die Europäische Union nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat im bisherigen Krisenmanagement. Wann immer man die Gemeinschaft wirklich braucht – zeigt sie sich als Totalversager. Jene, die immer besonders laut für den „freien Warenverkehr“  ihre Stimme erhoben, schwiegen beharrlich, als die Laster mit wichtiger Ausrüstung für Österreichs Spitäler an der deutschen Grenze standen und nicht weiter durften.
Eurobonds könnten den schwächeren Ländern helfen, ihre Finanzmisere leichter zu bewältigen, klar. Eine noch zu gründende europäische Schuldenagentur könnte etwa im Namen aller Euro-Länder Gemeinschaftsanleihen ausgeben. Die Euro-Staaten würden damit als einheitlicher Schuldner auftreten. Das würde die Kreditfinanzierung der hochverschuldeten Länder verbilligen, die Kredite der gut wirtschaftenden Länder (Deutschland, Holland, Österreich) würde das allerdings verteuern. In der gegenwärtigen Situation, in der die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung wenig Gutes – wenn nicht sogar einen massiven Crash – erwarten lässt, wäre das für Österreich ein energischer Schritt hin zum Abgrund. 
Die „Mitleidskarte“ sticht aber bekanntlich nicht immer. Italien braucht Hilfe, es wird sie erhalten. Alles, was dazu dient, dem Land bei der Krisenbewältigung auf dem Gebiet der Krankenversorgung zu helfen, soll man tun.  Aber dem Land den Schuldenberg abzunehmen, den es lange vor der Krise aufgehäuft hat, dazu sollte sich unsere Regierung nicht hergeben. Dass auch die Holländer abgewunken haben, beruhigt mich ein bisschen. Es wird den Druck etwas abfedern.

Ein Gedanke zu „Corona-Euro-Bonds

  1. „– wenn nicht sogar einen massiven Crash – erwarten lässt,…“
    Das vermuten wir stark.
    Aber: nach dem Motto „ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs gaenzlich ungeniert.“
    Beste Gruesse

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