Blasphemie

„Halleluja!“

Die Iren haben am Freitag mit einem Referendum über die Schutzwürdigkeit religiöser Gefühle ihre politische Reife unter Beweis gestellt. Mit einer eindeutigen Mehrheit haben sie sich für die Abschaffung des „Blasphemieparagraphen“ ausgesprochen.

Es wird abzuwarten sein, ob der Europäische Gerichtshof dagegen Einspruch erheben wird.

Man darf sich also ab jetzt im „katholischen Irland“ bewusst und ausgiebig über christlich-religiöse Erzählungen lustig machen, sie zum Thema der Satire erheben, ohne mit einer rechtlichen Verfolgung rechnen zu müssen.

Es tut sich allerdings eine schwerwiegende Frage auf: Darf man sich in Irland jetzt auch über andere Religionen, etwa den Islam satirisch äußern? Und welche Stellung würde der Europäische Gerichtshof dann zukünftig zum Fall Winter * einnehmen müssen?   Fast zeitgleich mit der Abstimmung liegt nun auch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für ihren Fall vor.

Das Urteil gegen sie wurde bestätigt:

https://kurier.at/politik/inland/urteil-beim-egmr-in-strassburg-mohammed-darf-nicht-paedophiler-genannt-werden/400226853

Den muslimischen Propheten einen pädophilen Kinderschänder zu nennen, wurde somit endgültig untersagt.

Was aber, hätte Frau Winter diese Äußerung heute in Irland getätigt? Wäre diese Äußerung von sich zu geben, nach diesem Referendum in Irland legal? Darf  man sich jetzt nur über christliche Religionen lustig machen oder – vorausgesetzt man traut sich – nun doch auch über den Islam,  den Buddhismus und die vielen anderen „absonderlichen Erzählungen“, die es noch gibt.

Das Urteil zeigt, dass es höchst an der Zeit wäre, sowohl aus der österreichischen Rechtsordnung  als auch  aus der europäischen Rechtsordnung –  alle Bestimmungen zu entfernen, die die Religionen und ihre teilweise abstrusen Inhalte unter besonderen Schutz stellen.

Dem Islam besonderen Schutz zu gewähren, die christlichen Religionen hingegen „abzumontieren“, spielt weiterhin vehement jenen rückschrittlichen islamischen Kräften in die Hände, denen die europäische Lebensweise, die europäische Kultur ein Dorn im Auge ist.

PS.: Was mir auffällt: Eine Mohammed-Portrait zu veröffentlichen, wagt inzwischen offensichtlich schon niemand mehr. Michel Houellebecq lässt grüßen!

 

 

*Zur Erinnerung: Frau Winter hatte gemeint, der „Prophet“ Mohammed wäre, weil er die Minderjährige Aisha ehelichte und die Ehe mit ihr auch vollzog, unter Zugrundelegung heutiger Rechtsordnungen als „Kinder-Schänder“ zu bezeichnen.

 

 

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