„Wehret den Anfängen“

Ein neuerlicher Versuch einer Positionierung

Die Aussage „wehret den Anfängen“ nur auf die nationalsozialistische Vergangenheit zu beziehen, wie das in Österreich vorrangig praktiziert wird, scheint wenig sinnvoll, zumindest dann, wenn man die Gegenwartsprobleme dabei konsequent ausblendet. Die Migrationszahlen für Europa zeigen, dass wir die Entwicklung auf diesem Kontinent hin zu einem „melting pot“ nicht mehr verhindern werden können. Dennoch gibt es nur wenige, die behaupten würden, eine vermehrte Internationalisierung der Bevölkerung sei das vorrangige Problem. Einwanderung hat es immer gegeben, um so mehr als die k.u.k. Monarchie ja ein Konglomerat von Völkern darstellte, was heute gern als Vorstufe der Europäischen Union betrachtet wird.

Einwanderung in verstärktem Maße wird erst dann ein Problem, wenn dadurch bestehende Strukturen, auf denen der Staat aufbaut, gefährdet erscheinen. Gemeint sind eine identitätsbildende Kultur, ein demokratischer Grundkonsens, die finanziellen Mittel des Sozialstaates und andere Dinge mehr. Dies alles macht es erforderlich, Einwanderung nicht einfach „hinzunehmen“, sondern als einen „gestalteten Prozess“ zu verstehen, der unter bestimmten Zielsetzungen verlaufen muss.

Das Problem, so wie es sich heute für Österreich zeigt (mangelnde Integrationswilligkeit, erhöhte Arbeitslosigkeit unter Migranten, Anspannung des Sozialstaates etc.) wurde erst dadurch geschaffen, dass Staaten wie Österreich und Deutschland bisher unwillig waren oder sich außerstande sahen, die Immigration in geordnete Bahnen zu lenken. Einwanderung bis zu einem gewissen Maß ist höchstwahrscheinlich durchaus wünschenswert. Wer würde das leugnen. Es ist eine Frage des Maßes und eine Frage von „Qualität“.
Wünschenswert wäre, es kämen Menschen, die diese Gesellschaft geistig „bereichern“. Zum Teil kommen solche auch, und ich bin stolz darauf, einige von ihnen kennen zu dürfen, unter ihnen einige Musiker, Literaten, Fotografen, Designer, Techniker, Schauspieler, nicht zuletzt erfolgreiche Damen und Herren unterschiedlicher Branchen des Geschäftslebens.

Aber jeden – ohne Ansehen der Person – einwandern zu lassen, der dies wünscht, ist Dummheit, um nicht zu sagen, gesellschaftlicher und kultureller Selbstmord. So wie man sich nicht jeden x-beliebigen zum Freund macht, sondern prüft und abwägt, ob er zu einem passt oder nicht, so sollte auch ein Staatswesen darauf achten, ob die, die in ihm leben wollen, mit den herrschenden Bedingungen „kompatibel“ sind. Der österreichischen Regierung kann man den Vorwurf nicht ersparen, dass sie darauf bisher zu wenig Augenmerk legte. Ein Blick auf die Einwanderungsbestimmungen anderer Länder (Australien, Kanada) würde uns belehren, wie man es besser machen könnte. Dass diese Frage immer dringlicher wird, ist offenkundig.

Nein, es geht nicht um unbegründete „Ängste“, es geht nicht um die Angst vor Veränderungen, es geht schon gar nicht um eine „Phobie“, es geht auch um keinen Rassismus. Es geht um eine vorausschauende Politik eines Staates zur Bewahrung einer freien, offenen, demokratisch verfassten Gesellschaft, und um die Sicherung der Lebensumstände für unsere nachfolgenden Generationen, die – wenn man die Augen weiterhin verschließt – ernsthaft in Gefahr kommen könnten.

Im Grunde sind zwei Hauptprobleme auszumachen :

a) Wie kann man verhindern, dass der massive afrikanische Geburtenüberschuss nach Europa exportiert wird.

b) Wie kann man die weitere Ausbreitung des „faschistisch-totalitären Islamregimes“ wenigstens in Europa verhindern.

Die Chancen das erste Problem zu lösen, halte ich insgesamt für größer; hier könnte die „Linke“ vielleicht doch noch rechtzeitig zur Vernunft kommen. Die Chancen für das zweite Problem stehen m.M.n. schlechter, bis ganz schlecht. „Die Linke“ wird sich die berechtigte Vorhaltung nicht ersparen können, trotz der massiven Hinweise das Problem einfach nicht erkennen zu wollen; sie wird sich in wenigen Generationen genau die Frage stellen lassen zu müssen, die sie angeblich so fürchtet und gestern wie heute im Zusammenhang mit den Verbrechen des „Dritten Reiches“ den „Rechten“ stellt: „Was hast Du davon gewusst, und was hast Du dagegen getan?“ – und sie wird dann lügen…..(müssen).

Dass es so schlimm kommen würde, das hat ja niemand geahnt von uns.“ werden sie sagen. Und man wird ihnen berechtigt entgegenhalten, dass jeder, der mit offenen Augen durch die Welt gegangen ist, es sehen hätte müssen und viele es auch tatsächlich gesehen haben. So könnte sich die Geschichte in einer unerwarteten Form wiederholen, und nicht in der, die man erwartete, als man „Wehret den Anfängen.“ skandierte.

Dann wird es wiedereinmal keine Ausrede geben. Kein Informationsmangel wird geltend gemacht werden können. Man wird für diese verfehlte politische Haltung zur Verantwortung gezogen werden – im günstigsten Fall. Im ungünstigen Fall wird sich – weil inzwischen – vielleicht, wer will es wissen – ein islam-faschistisches Regime die Macht übernommen hat, nicht einmal eine Verantwortung dafür ergeben. Aber das ist Zukunft, von der man immer noch hoffen darf, dass sie doch nicht in so krasser Form eintreten wird.

Inzwischen bemühen sich die „linken“ Verteidiger der Vielfalt unter dem Banner der „Religionsfreiheit“ der Diktatur des Islam das Bett zu bereiten.

Es handle sich schließlich um einer respektable Weltreligion, wird mit dem Brustton der Überzeugung behauptet. Und man könne ja nicht alle Muslime en bloc verdammen.

Diese inkonsequente und falsch verstandene „Toleranz“ der Linken, die in der bemitleidenswert hilflosen Form geäußert wird, man könne ja doch nicht „a l l e Muslime in einen Topf“ werfen, bleibt dem logischen Verstand unverständlich, denn Nachsicht in Hinblick auf eine Zugehörigkeit zu einer „faschistisch totalitären Ideologie wie des Islam“ ist hier wirklich fehl am Platz und wird von „den Linken“ aber sogar dann, wenn aus den eignen Reihen Kritik geäußert wird (Wagenknecht), mit „Torte ins Gesicht“ belohnt.

Wenn sich jemand zu einer faschistischen Ideologie bekennt (die Ansicht, dass es sich um eine solche handelt, vertreten u.a. der bekannte Islamkritiker Hamed Abdel Samad, aber auch der franz. Philosoph Michel Onfray, ich schließe mich ihnen an), und das tun schließlich a l l e Muslime, sonst wären sie keine, dann darf man sich nicht damit herausreden dürfen, dass man bestimmte Aspekte dieser Ideologie nicht praktiziert oder überhaupt ablehnt. So wenig wir akzeptieren, dass jemand, der sich zur Nazi-Ideologie bekennt, pardoniert wird, auch dann nicht, wenn er meint, dass er „die Verfolgung der Juden“ oder die „völkische Reinheit“ ohnehin nicht richtig fände und dass er selbst auch keine Juden verfolgt oder diskriminiert habe, dass er sogar jüdische Freunde habe, sonst aber die Ansicht vertritt, der Nationalsozialismus sei im Grunde eine „gute und wertvolle“ Ideologie, weil sie die Menschen vereine, gegenseitige Hilfsbereitschaft fördere, sich um die Jugend kümmere und eine „gute Arbeitspolitik“ betrieben habe und dass die Ausführungen in „Mein Kampf“ ohnehin nicht wörtlich zu nehmen, sondern aus der Zeit heraus zu interpretieren seien, das alles also der Zeit etwas „nachhänge“, so wenig dürfen wir ohne Widerspruch einen Mitläufer einer Weltreligion akzeptieren, deren Ideologie darauf ausgerichtet ist, sich den Staat und seine Bürger Untertan zu machen.

Ein freiheitlich-demokratischer, pluralistisch ausgerichteter Staat muss das ablehnen. Und wir, die wir uns zu einem liberalen Staatsgebilde bekennen, lehnen das ab. Wir lehnen es zurecht ab, wie wir a l l e jene Menschen ablehnen, die sich nach wie vor zum Nationalsozialismus bekennen. Wir verbieten diese Ideologie, nehmen die Leute in Haft  und „Mein Kampf“ darf – obwohl wir uns als aufgeklärte, weltoffene, gebildete Bürger verstehen – in unserem Staat nur kommentiert erscheinen.

Nur beim Islam soll das alles anders sein? Nur, weil er sich uns als Religion verkleidet präsentiert, lässt man jede Ausrede und jedes Gefasel von „friedlicher, respektabler Welt-Religion“ gelten und nimmt diese Ideologie und seine Jünger vor berechtigter Kritik in Schutz! Was soll an einer Religion „respektabel“ sein, muss zu fragen erlaubt sein, die ihre Abtrünnigen ebenso mit dem Tod bedroht, wie Ungläubige „wo immer sie gefunden werden“, die dafür sorgt, dass jede Kritik an ihrem Propheten oder dem Koran, mit einer Fatwa endet, die den eigenen Untergang bedeuten könnte.

Nein, hier wird keinem „Rassismus“ das Wort geredet. Der infame Vorwurf des Rassismus geht ebenso ins Leere wie der abstruse, es handle sich um eine „Islamophobie“!

Es steht bekanntlich jedem frei, diese Gemeinschaft zu verlassen, wenn sie sich mit einer Gesellschaft wie der unseren als inkompatibel erweist. Wer das allerdings nicht tut, muss sich den Vorwurf der Unterstützung von Inhumanität, Intoleranz gegenüber Minderheiten und den Vorwurf  von Frauenfeindlichkeit und Unterdrückung von Freiheitsrechten gefallen lassen, auch wenn er mit keiner individuellen „Schuld“ belastet ist. Es gibt eigentlich keinen Grund eine Gruppe von Menschen zu pardonieren, die einer religiösen Ideologie anhängen, die mit einer freiheitlich, demokratischen Grundordnung unvereinbar ist.

Anmerkung:  Hätte mir vor vierzig Jahren jemand prophezeit, dass man sich im Europa des Jahres 2017 vorrangig mit religiös verbrämten sozialen Entwicklungen des Islam beschäftigen werde müsse, weil diese den Fortbestand der freien, demokratischen Welt bedrohen würden, ich hätte ihn lauthals ausgelacht.

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4 Gedanken zu „„Wehret den Anfängen“

  1. Ein sehr interessantes Essay, intelligent und durchdacht.
    Wir haben ein paar kleine Kritikpunkte, eher Randbemerkungen:
    1. UMn ist die Situaltion des Völkergemisches in Österreich ein etwas anderes als das heute in der BRD. Historisch war Österreich durch seine Lage und Balkaninteressen schon früher so etwas wie ein Viel-völkerstaat, z.B. wurde am Hofe Ferdinands vorwiegend Serbisch gesprochen.
    Die Einwanderung in der BRD ist keine „natürliche“ Grenzwanderung, sondern ein bewusster politischer Akt der Einfuhr von 180 Grad entgegengesetzter Kulturen, mit denen D. nie politische Beziehungen oder eine koloniale Geschichte hatte.
    2. Wir wären froh gewesen, wenn Sie die lange Parallele zum Nationalsozialismus ausgelassen hätten. Das bringt Sie eben wieder sehr nahe an die gleiche Argumentationslinie unserer Kontrahenten. Solange die NS-Zeit in allen Diskussionen im Spiel bleibt, in denen es um Einwanderung, Asyl, Souveränität und Kultur geht, solange gewinnt der Irrationalismus.
    Der Rassismus-Vorwurf schlägt die Vernunft – ohne die NS-Vergangenheit hätten wir dieses Problem wohl nicht und würden mit der Einwanderung umgehen wie alle anderen Nationen.
    Die Juden als Wegbereiter der Islamtoleranz, wer hätte DAS gedacht? 🙂

    1. Herzlichen Dank „alphachamber“ für Ihre vielen anregenden Kommentare und ihr anhaltendes Interesse!
      Zu Pkt. 1: a) stimme Ihnen vollständig zu, es handelte sich in der k.u.k. Monarchie natürlich um eine ganz andere Situation, genau so wie die Situation der Flüchtlingsaufnahme Ungarn 1956, die so oft angesprochen wird, mit der heutigen Situation kaum bis gar nicht vergleichbar ist, auch aus denselben Gründen, die Sie oben erwähnen.
      b) Ich nehme an, Sie sprechen von Ferdinand dem Gütigen? (Interessant ist der Hinweis, dass vorwiegend Serbisch gesprochen wurde. Das hatte ich bisher noch nie gehört.)]

      Zu Pkt. 2: Es tut mir leid, dass ich Ihnen diesen Gefallen nicht tun habe können, auf die Parallele zum Nationalsozialismus zu verzichten 😉 aber wenn man den „Faschismus-Begriff“ schon strapaziert, geht das, ohne auch den Nationalsozialismus anzusprechen, halt doch nicht. Darauf, dass die „Alt-Last“ Nationalsozialismus ungerechtfertigter Weise als das Pfand „ungetilgter Schuld“ immer wieder bewusst ins Spiel gebracht wird, um den Boden aufzubereiten, für eine erhöhte Bereitschaft Flüchtlinge aufzunehmen, (und viele andere Angelegenheiten) habe ich an mehreren anderen Stellen meines Blogs bereits hingewiesen. Auch ich bin der Überzeugung, dass uns diese Altlast einige politische Entscheidungen gebracht hat, die – wäre die Geschichte anders verlaufen – vielleicht ganz anders ausgefallen wären. Die Geschichte verlief aber nun einmal so wie sie verlief.
      Ihren letzten Satz: „Die Juden als Wegbereiter der Islamtoleranz,….“ kann ich allerdings so nicht gelten lassen. Wie auch u.a. die Anschläge im Jänner 2015 in Paris gezeigt haben, gehören sie wiedereinmal zu den Opfern, wenngleich sie natürlich ein ähnliches Interesse mit allen anderen religiösen Konfessionen teilen, ihren Einfluss im Staat zu vergrößern. Ich glaube aber nicht, dass sie so ungeschickt tölpelhaft sind, dies durch eine Unterstützung ihres Haupt-Gegners erreichen zu wollen.

  2. „zeitdiagnosen“ gehört zu den (sehr) wenigen vernünftigen, sachlichen und durchdachten Blogs. Mit 2 anderen lesen wir hier immer, schon deshalb, weil hier nicht jedes Tagesgeschehen abgehandelt wird.
    Zu Ihrer Replik:
    1. Gemeint ist der Thronfolger Franz Ferdinand. (AH hat sich in „Mein Kampf“ über die Slawisierung Österreichs lamentiert).
    2. Das ist ein wichtiger Punkt und ein wohl ein eigenes Thema. Der Faschismus ist keine Erfindung des NS, obwohl es gerne so dargestellt wird. F. als Ideologie war eine Idee von Mussolini + Franco. Sicher war das III. Reich ein faschistisches Regime, (zur vollen Definition: https://huaxinghui.wordpress.com/2013/01/01/liberaler-faschismus-2/)
    Es liegt an den Teilnehmern, den Deutschen, diese Vergleiche und „Altlasten“ – auf heutige Probleme bezogen – entgültig abzulehnen, damit Entscheidungen wieder auf rationalem und sachlichem Boden stehen können.
    Unser letzter Satz war natürlich „tonque-in-cheek“. Allerdings, unterstützen in den Medien prominente Juden die Positionen der Reinwinker. Warum, darüber könnte man spekulieren.
    Sie oder andere Leser mögen das anders sehen, aber ür uns ist ein toter Mensch ein toter Mensch, egal, ob er kriminell in einem „Holocaust“ umkam, oder einem Massenmord. Ein Indianer zählt für uns da nicht weniger als ein Aborignal, Hugenotte oder Jude. fast jede Nation hat ihre dunkle, grausame Geschichte, aber heutige Generationen haben ein natürliches Recht auf ein bestmögliches Leben in einer sicheren Gesellschaft zu leben. Der Staat wird dafür geschaffen – und durch Steuern bezahlt – für diese Sicherheit mit besten Mitteln zu sorgen. Dieser Pflicht entzieht sich die bestehende Regierung.

    1. Herzlichen Dank für Ihre Wertschätzung und den informativen Kommentar, dem von mir nichts Wesentliches hinzugefügt werden kann. Ich sehe „die Sache“ auch so. Darauf, dass der Thronfolger gemeint ist, hätte ich mit ein bisschen Überlegung eigentlich auch kommen können. Beste Grüße

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