Egon Friedell – Kulturgeschichte der Neuzeit

egon-friedellEgon Friedell bietet auf etwas mehr als 1.500 Seiten einen ungewohnt anderen Zugang zur Historie. Nicht um Fakten geht es in erster Linie, nicht um chronologisch geordnete Herrscher- und Dynastiengeschichte, sondern um zeittypische Merkmale von geschichtlichen Perioden, um Erscheinungsformen des Zeitgeistes und ihre Auswirkungen auf einzelne Personen, die wir heute als Proponenten ihrer Zeit sehen. Immer schon haben „großen Geister“ ihre Zeit beeinflusst, wenngleich diese in gewissem Maß immer auch auch Kinder ihrer Zeit waren. Um diese Wechselwirkung geht es. Friedell spannt große historische Bögen; nicht das Einzelne, das Einzelereignis ist ihm wichtig, es sind die Zusammenhänge und  die gegenseitige Beeinflussung von Einzelperson und Zeitgeist, von sozialen Verhältnissen und Kultur, von Religion und Philosophie. Er beschreibt die „Stimmung“, ohne das Faktum aus dem Auge zu verlieren.

Ein Buch, das einen gefangen nimmt, einem aber nicht selten viel an historischen Vorkenntnissen abverlangt. Vor allem aber ist es ein Buch, das sprachlich ungeheuer viel zu bieten hat.

Egon Friedell

 „Geboren am 21.1.1878 in Wien, zweimal in Österreich und zweimal in Preußen maturiert, beim viertenmal glänzend bestanden. In verhältnismäßig kurzer Zeit in Wien zum Doktor der Philosophie promoviert, wodurch ich die nötige Vorbildung zur artistischen Leitung des Kabaretts ‚Fledermaus’ erlangte.“[1]

1916 ließ er seinen Familiennamen „Friedmann“ amtlich in „Friedell“ ändern, nachdem er zuvor des Öfteren schon den Künstlernamen „Friedländer“ benutzt hatte. 

Am 16. März 1938 erschienen gegen 22 Uhr zwei SA-Männer vor Friedells Wohnung und fragten nach dem „Jud Friedell“. Einigen Quellen zufolge sollte Friedell bei diesem „Besuch“ der SA noch nicht verhaftet werden. Friedell erwartete jedoch seine Verhaftung. Während sie mit seiner Haushälterin sprachen, nahm er sich das Leben, indem er aus einem Fenster der im 3. Stock gelegenen Wohnung sprang. Verbrieft ist, dass er dabei nicht verabsäumte, die Passanten umsichtig mit dem Ausruf „Treten Sie zur Seite!“ zu warnen. (Wikipedia)

„Die berühmte Kulturgeschichte der Neuzeit von Egon Friedell erschien erstmals 1927 bis 1931 in drei Bänden. Das monumentale Werk, das hier in einer einbändigen Sonderausgabe vorliegt, stellt die kulturelle Entwicklung des westlichen Menschen vom Beginn der Renaissance bis zum Ersten Weltkrieg dar. Er verfolgt über Jahrhunderte die Strömungen, die für die Neuzeit bestimmend wurden, erzählt die wichtigsten geistigen, politischen und sozialen Entwicklungen und stellt in packenden Portraits die entscheidenden Persönlichkeiten vor. Das Werk wurde ein großer Erfolg und wurde in zahlreiche Fremdsprachen übersetzt.“ (Klappentext)

„Die Darstellung besitzt spielerische Leichtigkeit, bezwingenden Charme, der das Publikum seit Jahrzehnten verführt. Zauber des Schriftstellers Egon Friedell: Wir gehen ihm mit Vergnügen auf den Leim, ohne uns je düpiert zu fühlen.“ (Ulrich Weinzierl, Frankfurter Allgemeine Zeitung)

„Friedells Kulturgeschichte liest sich dank seiner literarischen Gestaltungskraft wie ein spannender Roman.“ (Neue Zürcher Zeitung)

Egon Friedell, Kulturgeschichte der Neuzeit, Die Krisis der Europäischen Seele von der Schwarzen Pest bis zum Ersten Weltkrieg, 3. Auflage der Sonderausgabe, C.H.Beck, München 2012

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