Reisenotiz – Abbaye de Sénanque, Roussillion

Reisenotiz – Abbaye de Sénanque, Roussillion

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Im Osten Avignons, kaum 50km entfernt, haben  im  12. Jahrhundert Zisterzienser ein Kloster gegründet:

die Abbaye Notre-Dame de Sénanque.

Der Ort ihrer Wahl ist abgelegen, ein kleiner Kessel, nur über eine schmale Gebirgsstraße erreichbar, ganz so wie es sich eben für Ordensbrüder gehört, die sich der Askese verschrieben haben.

Zuerst passiert man dazu Gord, einen malerisch sich darbietenden kleinen Ort; an einen Berghang geschmiegt.

Dass die ersten Menschen auf die ich hier treffe, Japaner sind, wundert mich schon lange nicht mehr. Sie sind die wohl fleißigsten Touristen, die nur von den Holländern getopt werden könnten.

Nachdem wir Gord passiert hatten, verengte sich die Straße immer mehr, Gegenverkehr wäre kaum möglich, denke ich mir, obwohl, hin und wieder hat man Ausweichmöglichkeiten in den Fels gehauen. Es kommt mir kein Fahrzeug entgegen, ist es doch relativ früh am Vormittag.

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Erst bei der Rückreise bemerke ich, dass die Straße zurück in den Ort auf einer anderen Route geführt wird. Vorsorglich hatte man die Zufahrt zum Kloster zur Einbahn gemacht. So kann man dem Ansturm der Touristen in geordnete Bahnen lenken.

Wir besichtigen die Kirche und den von den Ordensbrüdern betriebenen Buchladen, der natürlich nur  religiös-asketische Literatur bietet.

 

Nur zehn Kilometer weiter:

Roussillion

Die Erwartungen sind groß an den Ort. Eine Kleinstadt eigentlich, mit ungefähr 1300 Einwohnern, am Fuße des Luberon-Massivs, eines der Plus beaux villages de France.

Zwischen 1942 und 1945 versteckte sich Samuel Beckett hier vor der deutschen Wehrmacht. Manche meinen, er hätte der Stadt mit seinem Theaterstück Warten auf Godot ein Denkmal gesetzt.

Ich bin wegen der Farben hier……

Vor allem die Ockerfelsen sind es, für die mein Interesse geweckt war. Hier wurden seit langer Zeit, angeblich seitdem die Römer das Städtchen gegründet hatten und bis in die 1930er Jahre hinein, Ockererden für die Pigmentgewinnung gewonnen.  Mein Bedauern, keine Gefäße mitgenommen zu haben, um mich mit Erden einzudecken, schwindet, sobald ich aus dem Auto aussteige. Mit vielen Schildern wird der Besucher darauf hingewiesen, dass die Entnahme von Erden an jedem Platze hier strengstens untersagt sei.

Wir spazieren die Steigung vom Parkplatz bis in den Ort hinauf. Und sind ein bisschen enttäuscht. Wie so oft, wenn man mit großen Erwartungen anreist, erweist sich dann vieles etwas kleiner , etwas weniger beeindruckend.

Der geübte Reisende weiß das ….und weiß sich auch zu helfen.P1030915

 

 

Also:

Wenden wir den Blick eben mehr den sogenannten kleinen Dingen zu, und siehe da, es erschließt sich eine Schönheit anderer Art.

Nicht die Bauwerke an sich sind es, deren Fassaden natürlich nur mittels heimischer Erden gefärbt wurden, es sind die pittoresken Details, in die man sich verliebt:

 

……halbverfallene Türen, dort ein vom Wein umranktes Eisengitter, da eine Stelle mit abbröckelndem Verputz, die eine ganze Palette von Ockertönen bietet


und schon ist die Welt des Reisenden wieder in Ordnung!

 

 

 

 

 

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Vielleicht sollten sich die Malermeister österreichischen  Zuschnitts vor ihrer Meisterprüfung doch einmal auch hierher bemühen, dann fielen die grauslichen farblichen Schnitzer, die man sich mit neuerdings penetranten Leuchtfarben landauf – landab auf eintönige Fassaden geschmiert leistet, gemäßigter aus.

 

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