Albert Camus

Albert Camus

7.November 1913 bis 4. Jänner 1960

Camus AlbertZum Anlass dieser kurzen Notiz sei die Tatsache genommen, dass vor wenigen Tagen,  am 7.November nämlich, Albert Camus 100 Jahre alt geworden wäre. Camus war einer der bedeutendsten Schriftsteller, den die europäische Literatur hervorbrachte. Als Sohn eines im Dienste eines Weingutes stehenden Fuhrmanns in Algerien geboren, wuchs er  in eher ärmlichen Verhältnissen auf.  Nur dem Zusammentreffen glücklicher Umstände hatte er es zu verdanken, dass ihm eine gehobene Schulbildung zuteil wurde, die den Grundstein für sein späteres literarisches und philosophisches Schaffen legte. Ohne mich in biografische Daten verlieren zu wollen, die man ohnehin bequem überall nachlesen kann, seien ein paar Bemerkungen zu seinem Werk gestattet, die vielleicht dazu zu verführen in der Lage sind, in dem einen oder der anderen Lust zu erwecken, sich näher mit dem Werk dieses ungewöhnlichen Mannes zu befassen, der sich selbst als „libertärer Anarchosyndikalist“ sah, politisch also einen  viel unorthodoxeren Standpunkt einnahm, als es sein Landsmann Sartre tat.

Im Zentrum der Camusschen Philosophie steht das Absurde. Dem Leid und dem Elend in der Welt ist kein Sinn abzugewinnen. Der „absurde Mensch“  ist stets Atheist. Das Leid bleibt für ihn nicht nur sinnlos, es bleibt auch unerklärbar. Wäre Camus „ Mensch“ nicht Atheist sondern den christlichen Religionen verbunden, könnte man hinter diesem theoretischen Ansatz das Problem der Theodizee vermuten, das die Frage danach wie ein „liebender Gott“ mit dem Leid der Welt in Einklang zu bringen ist, sinnvoll aufzulösen versucht. Bei Camus fühlt „der Mensch“ wie fremd ihm alles ist und erkennt dabei die Sinnlosigkeit der Welt; so stürzt er im Verlaufe seines Strebens nach Sinn in tiefste existentielle Krisen. Das Absurde macht vor niemandem halt:

„Das Absurde kann jeden beliebigen Menschen an jeder beliebigen Straßenecke anspringen.“

Für Camus besteht das Absurde im Erkennen der Tatsache, dass das menschliche Streben nach Sinn in einer sinnleeren Welt notwendig vergeblich und aber nicht ohne Hoffnung bleiben muss. Um nicht verzweifelt zu resignieren oder in Passivität zu verfallen, propagiert Camus ganz im Sinne des Existentialismus und in Anlehnung an Friedrich Nietzsche den aktiven, auf sich allein gestellten Menschen, der unabhängig von einem Gott und dessen Gnade selbstbestimmt ein Bewusstsein neuer Möglichkeiten der Schicksalsüberwindung, der Auflehnung, des Widerspruchs und der inneren Revolte entwickelt.

Werkauswahl: „Der Mensch  in der Revolte“ „Der Fremde“ „Der Mythos des Sysiphos“ „Der Fall“ u.v.a.m.

3 Gedanken zu „Albert Camus

      1. Sorry,

        wir bauen das Blog gerade auf und sind dementsprechend im Stress. Bald gibt es mehr. Danke für das Lob und fürs Folgen!

        LG vom Team Pop-Polit

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